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Alle halbe Jahrzehnte sucht der Rundfunksender WDR für sich ein neues Öffentlichkeitsbild. Die Redaktionsleitungen des Senders haben nun zusammen mit dem Intendanten Tom Buhrow und dem Regisseur Sönke Wortmann innerhalb eines kreativen Gedankenaustausches dieses Bild gefunden: Typische Traditionen, Humor und Wortwitz aus allen Landesteilen von NRW sollen im WDR widergespiegelt werden. Plattdeutsch, die urtypische Landessprache soll durch unikate Personen – also von Land und Leuten – verkörpert werden und täglich im Fernsehen zu sehen sein. Gerade die ländlichen Regionen und Ortschaften unseres Sintfeldes und Sauerlandes bieten hier eine regelrechte Fundgrube für die Filmemacher des WDR.

Im Hochsauerlandkreis gibt es immer montags von der Hochsauerlandwelle und dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein "Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V." NRWs einzige plattdeutsche Radiosendung. Hierauf ist nun in diesem Zusammenhang auch der WDR aufmerksam geworden. Der Vorsitzende der "Marsberger Geschichten" Andreas Karl Böttcher staunte nicht schlecht als der WDR-Redaktionsleiter Michael Worringen aus Köln sich bei ihm telefonisch meldete und nach eventuellen Darstellern und Plattsprechern suchte. Diese wurden gemeinsam in der Marsberger Ortschaft Meerhof, einer Hochburg der plattdeutschen Sprache, schnell gefunden.

wdr clips meerhofer 2017Der WDR entwickelte zusammen mit den "Marsberger Geschichten" und dem Sprecher-Team aus Meerhof bestehend aus Andreas Paschen, Marlies Thiele, Günter Agethen und Bernd Sieren auf die Örtlichkeiten in und rund um Meerhof passende Szenen. Zwei Dialekt-Spots sind hieraus entstanden, die nun unter der Federführung von dem WDR-Team: Michael Worringen (Redaktionsleitung), Anna Hölzer (Regisseurin), Malte Vogt (Autor), Jan Rothstein (Kamera-Leitung), Björn von Pey (leitender Tontechniker) und Manfred Reimann (leitender Lichttechniker) in Oesdorf und Meerhof verfilmt wurden. In der Film-Szene sitzen oberhalb von Oesdorf Bernd Sieren und Günter Agethen, beide aktive und immerhin die ältesten Musiker in Meerhof in ihren Uniformen, auf der Bank des Aloysius-Bildstockes und genießen die bergige, einmalige ländlich geprägte Landschaft bei strahlendem Sonnenschein und spielen ihren "plattdeutschen Wortwitz" vollends aus. Hierzu hatten die Oesdorfer Landwirte Werner von Rüden und Josef Linnemann extra ihre Kühe – teils mit "Futtertricks" – in die angrenzenden Wiesen und somit in die Nähe des Bildstockes, dem Drehort für das Gesamtbild der Filmszenen, gelockt. Die Gräflich zu Stolberg'sche Brauerei in Westheim stellte weiteres Equipment für diese Szene zur Verfügung.wdr clips oesdorfer 2017

Am zweiten Drehtag ging es in die Heimatortschaft der Akteure nach Meerhof. Mit landwirtschaftlichen Requisiten des Hofherren, dem Oldtimer-Museum in Westheim und dem Museum "Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589" war man zu Gast beim "Kartoffel-Alwis" in Person von Andreas Paschen. Dort wollte Kundin Marlis Thiele die dicksten Kartoffeln kaufen. In Meerhof gibt es allerdings nur schlaue Landwirte. Wie diese Szene gerettet wird, können die Zuschauer des WDR demnächst unter dem Motto: "Im Westen zu Hause – hier sind wir daheim!" täglich im Programm sehen. Denn diese Film-Spots werden jeden Tag als Einspieler zwischen den Sendungen und Nachrichten des WDR landesweit gebracht. Nach und nach sollen auch andere Regionen NRWs wie das Münsterland, das Lipperland oder das rheinische Bergland bedacht werden, um zu zeigen, wie vielfältig bzw. vielseitig NRW ist. Als Pilotprojekt gehen erstmal die Meerhofer mit den Szenen aus ihrem Heimatort und Oesdorf an den Start.

(Quelle: Marsberger Geschichte - Schlüssel zur Vergangenheit e. V., August 2017)

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